Marathon-Ass Gabius will nicht bei WM laufen
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Ärger mit dem Verband Marathon-Ass Gabius will nicht bei WM laufen

Die Klagen von Spitzenläufern über mangelnde Förderung häufen sich. Jetzt äußert auch Marathon-Rekordler Arne Gabius Kritik am DLV - und zieht seine Konsequenzen.

Marathonläufer Arne Gabius will nicht bei der WM starten.

Quelle: Michael Kappeler

Frankfurt/Main. Aus Ärger über den Verband hat der deutsche Marathon-Rekordhalter Arne Gabius seine Pläne für die Leichtathletik-WM ad acta gelegt.

„Das war ein Thema. Jetzt habe ich gar keine Lust mehr, das ist vorbei“, sagte der 35-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund ist nach Angaben von Gabius die vom Verband bislang nicht erfolgte Finanzierung seines Höhentrainingslagers in Kenia vom Februar. Zuletzt hatte auch Olympia-Teilnehmer Florian Orth über mangelnde Unterstützung des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) geklagt.

Die Wertschätzung für Läufer sei grundsätzlich „sehr schlecht“ beim DLV, so Gabius wenige Monate vor den Weltmeisterschaften im August in London. Zudem sei seit der Neuordnung der Bundestrainer vieles durcheinander. In diesem Fall gehe es ihm aber „alleine um die Trainingslager-Erstattung“, die ihm als Kaderathlet zustehe. Der Marathon-Läufer monierte aber auch, dass der vom Verband zugesagte Physiotherapeut erst drei Tage vor seiner Abreise in Kenia eingetroffen sei.

„Die getätigten Aussagen von Arne Gabius kann ich so nicht bestätigen“, sagte Thomas Dreißigacker, Leitender Bundestrainer Lauf/Gehen, am Abend in einer ersten Reaktion auf leichtathletik.de. Derzeit befinde man sich zwar in einem strukturellen Übergangsjahr, in dem viele Abstimmungsgespräche getätigt und Fördergrößen neu justiert werden müssen. „In dem Kommunikationsprozess von Seiten der Marathon-Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig und mir wurde allerdings klar das Signal gesendet, dass wir sein Höhentrainingslager in Kenia voll finanzieren möchten. Daran hat sich bisher auch nichts geändert.“

Gabius, der in Stuttgart lebt und neuerdings für den Verein Therapie Reha Bottwartal startet, hatte im Oktober 2015 in Frankfurt den deutschen Rekord von 2:08:33 Stunden aufgestellt. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verpasste der Vize-Europameister über 5000 Meter von 2012 verletzungsbedingt. Beim Halbmarathon am kommenden Sonntag in New York will er ein Comeback wagen. Seinen nächsten Marathon-Start plant er in Hannover am 9. April.

Seine Kommunikation mit dem DLV hat Gabius nach eigenen Angaben weitgehend eingestellt. „Das hat mich alles geärgert, das gibt Stress. Und Stress kann ich in so einer Phase nicht gebrauchen.“ Er bemängelte zudem, „dass sich keiner meiner Bundestrainer für das Training interessiere.“

Seine Teilnahme an der Heim-EM 2018 in Berlin ließ Gabius offen. „Ich frage mich, ob ich das deutsche Laufen nicht besser vertrete beim traditionellen Berlin-Marathon als beim EM-Marathon“, sagte der gebürtige Hamburger.

Gabius' Läufer-Kollege Orth hatte zuletzt auf seine Teilnahme über 3000 Meter bei der Hallen-EM in Belgrad verzichtet. Der 27-jährige Regensburger kritisierte in einem offenen Brief die Nominierungskriterien und schrieb von „verstörenden Signalen“ von Seiten des DLV. Der wiederum wehrte sich durch Sportdirektor Idriss Gonschinska.

Auch 1500-Meter-Läufer Timo Benitz von der LG Nordschwarzwald, zweimaliger deutscher Meister und EM-Siebter 2014, beklagte sich in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass er nicht mehr gefördert werde von der Sporthilfe. Kriterium hierfür ist oft ein achter Platz bei WM oder Olympia, wo den europäischen Ausdauerathleten meist die Asse aus Afrika davonrennen.

„Als Läufer bist du Einzelgänger, auch was die Finanzierung angeht“, sagte der 25-Jährige. Der Düsseldorfer Julian Flügel, Olympia-Teilnehmer im Marathon, verzichtete zuletzt auf die 200 Euro Förderung monatlich. Weil er von seinen Sponsorengeldern fünf Prozent an die Sporthilfe hätte zurückzahlen müssen, lohnte sich dieses „Geschäft“ für ihn nicht.

dpa

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