Bartsch Spitzenmann der MV-Linke zur Bundestagswahl
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Gägelow Bartsch Spitzenmann der MV-Linke zur Bundestagswahl

Fraktionschef im Bundestag erhält in Gägelow mehr als 93 Prozent der Stimmen. In einer Kampfabstimmung um Platz zwei setzt sich Linke-Landeschefin Heidrun Bluhm gegen Kerstin Kassner durch.

Der Fraktionschef der Linken im Bundestag, Dietmar Bartsch, wurde in Gägelow auf Listenplatz eins der Linken in MV für den Bundestag gewählt.

Quelle: Jens Büttner

Gägelow. Die Linke in Mecklenburg-Vorpommern zieht mit Dietmar Bartsch (58) an der Spitze in den Bundestagswahlkampf. Bartsch erhielt am Sonnabend beim Parteitag in Gägelow 93,2 Prozent der Stimmen für Listenplatz eins, einen Gegenkandidaten gab es nicht. In seiner Rede schwor er seine Genossen vor allem auf einen Wahlkampf für mehr soziale Gerechtigkeit ein. Ziel der Linken müsse es sein, in einer rot-rot-grünen Bundesregierung Akzente für höhere Löhne, Angleichung der Renten in Ost und West und gegen Armut zu setzen. Heftige Kritik richtete der Fraktionschef der Linken im Bundestag an die Große Koalition wegen anhaltender deutscher Waffenlieferungen. Unter SPD-Wirtschafsminister Gabriel habe es mehr Exporte gegeben als je zuvor.

Knisternde Spannung herrschte in Gägelow bei der Abstimmung zu Listenplatz zwei. Kerstin Kassner (59) aus Putgarten trat überraschend gegen die vom Landesvorstand vorgeschlagene Parteichefin Heidrun Bluhm (58, Schwerin) an. Bluhm setzte sich knapp mit 56,9 Prozent der Stimmen durch.

Innerhalb der Partei sorgte der Vorstoß Kassners, die für Platz drei der Landesliste gesetzt war, für Kritik. Damit nehme die Partei Schaden, kommentierten Genossen unter der Hand. „Wer soll denn den Wahlkampf führen, wenn die Parteivorsitzende abgeschossen wird?“, empörte sich etwa Kay Kröger, früherer Landesgeschäftsführer der Linken. Kassner warb bei ihrer Kandidatur um ein „Signal für Vorpommern“.

Die Linken streben bei der Bundestagswahl am 24. September bundesweit ein Ergebnis von zehn Prozent der Stimmen an, erklärte Bartsch. Vor vier Jahren waren es 8,6, in MV gut 21,5 Prozent.

Frank Pubantz

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