Exzessiv-Waffensammler muss vorerst nicht in Psychiatrie
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Schwerin Exzessiv-Waffensammler muss vorerst nicht in Psychiatrie

In der Wohnung des Verurteilten und in von ihm angemieteten Garagen in Schwerin hatte die Polizei unter anderem größere Mengen Kriegswaffen und Sprengstoff gefunden. Das Landgericht entschied: der Mann muss in ambulante Behandlung.

Das Landgericht in der Landeshauptstadt hat am Montag entschieden, die Unterbringung des 55-Jährigen in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses zur Bewährung auszusetzen.

Quelle: Cornelius Kettler

Schwerin. Die krankhafte Sammelleidenschaft eines 55-Jährigen aus Schwerin, die sich unter anderem auf alte Waffen und Sprengkörper erstreckte, soll mit einer ambulanten Therapie behandelt werden. Das Landgericht in der Landeshauptstadt entschied am Montag, die Unterbringung in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses zur Bewährung auszusetzen.

Zu den auf fünf Jahre ausgelegten Auflagen gehöre, dass sich der Mann einer behördlichen Aufsicht unterstellt, die Therapie annimmt und in eine betreute Wohngruppe zieht, sagte ein Gerichtssprecher. Dem habe der wegen einer psychischen Störung als schuldunfähig eingestufte Mann zugestimmt, nachdem er zuvor eine Betreuung lange Zeit abgelehnt hatte.

In der Wohnung des Verurteilten und in von ihm angemieteten Garagen hatte die Polizei unter anderem größere Mengen Kriegswaffen und Sprengstoff gefunden. Bei einer Durchsuchung im Sommer 2016 waren den Angaben zufolge 2216 Infanteriepatronen, 2,6 Kilogramm Sprengstoff sowie mehrere zerlegte Waffen und Waffenteile sichergestellt worden. Diese hätten vor allem von früheren Militär-Übungsplätzen gestammt. Die Waffen machten offenbar aber nur einen geringen Teil des „Sammelguts“ aus, das nach Angaben des Gerichts ein Volumen von rund 80 Kubikmetern ausmachte und die Wohnung nahezu unbewohnbar gemacht hatte.

Gutachter hatten bei dem Mann das sogenannte Desorganisationssyndrom diagnostiziert. Da er in der Vergangenheit nicht aggressiv in Erscheinung getreten sei, müsse er nicht zwangsweise in einer Klinik untergebracht werden, entschieden die Richter, ließen mit dem Urteil die Möglichkeit aber offen.

dpa/mv

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